Genetisch vorprogrammierte Schlafsucht


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Narkolepsie

Genetisch vorprogrammierte Schlafsucht

Narkolepsie ist eine "Schlafkrankheit", bei der eine unwiderstehliche Einschlafneigung vorherrscht. Sie äußert sich in Schlafattacken, die zu jeder Tageszeit und auch in sehr ungewöhnlichen Situationen wie Monotonie oder starker Emotionalität auftreten können. Eine neurologisch bedingte Funktionsstörung der Schlaf-Wach-regulierenden Zentren liegt der Krankheit zugrunde.

Unwiderstehlicher Schlafdrang zu unpassender Zeit


"Fehlende Nervenzellen lösen Schlafattacken aus"


Narkolepsie ist eine chronische Krankheit, die lebenslang bestehen bleibt und nach heutigem Kenntnisstand der Medizin nicht heilbar, aber behandelbar ist. So wenig diese Krankheit die Lebenserwartung beeinträchtigt, so prägen die Symptome oft die Lebensführung der Betroffenen. Narkolepsie zieht häufig die Verständnislosigkeit der Umwelt und erhebliche persönliche, familiäre und berufliche Probleme nach sich. Durch Disziplin in der Lebensführung und medikamentöse Behandlung kann die Lebensqualität erheblich verbessert werden.


"Jeder zehnte Deutsche: Behandlung?"


Häufig dauert es mehrere Jahre, bis die richtige Diagnose durch ein Schlaflabor und eine spezielle Blutuntersuchung gestellt wird. Ursache der Krankheit ist eine Störung in einem Teil des Zwischenhirns, dem Hypothalamus. Meist dauert ein Anfall nur ein paar Minuten. Anzeichen wie kurzzeitige Muskelerschlaffungen werden oft fälschlich als Epilepsie gedeutet. Gefährlich wird es, wenn die Muskelerschlaffungen die Beine betreffen und der Kranke stürzt oder am Steuer einschläft.

Schlaflähmungen, Halluzinationen und Phasen automatischen Handelns weisen auf eine Störung der REM-Phase hin. Schon nach wenigen Minuten erreichen Narkoleptiker die intensive Traumphase. Aber ein Teil des Gehirns ist noch wach, was zu schlafbezogenen Halluzinationen führt. Die Symptome lassen sich relativ gut mit Medikamenten mildern. Narkoleptiker sollten reichliche Mahlzeiten und Alkohol vermeiden. Mit einem rhythmischen Tagesablauf, gesunder Ernährung und viel Bewegung lassen sich die Symptome relativ gut kontrollieren.


Obwohl die Ursachen von Narkolepsie nicht völlig geklärt sind, ist eine Vererbung wahrscheinlich. Bei neunzig Prozent der Narkoleptiker wurde ein Mangel an Orexin festgestellt. Man vermutet einen Fehler im Immunsystem. Die Zellen, die Orexin - ein Hormon, das im Hypothalamus ein wichtiger Botenstoff ist - produzieren, sollen an der Regulation des Appetits und des Körpergewichts beteiligt sein.

Narkolepsie geht meist mit starker Korpulenz einher. In Deutschland leiden etwa 40000 Menschen an Schlafsucht. Forscher in Regensburg haben herausgefunden, dass menschliche Narkolepsie-Patienten genau in der Gehirnregion, in der das Orexin normalerweise gebildet wird, weniger Gehirnzellen besitzen als Gesunde.