| zur Person 2001 - 2003 | Home |
Januar 2005
Das Jahr 2004 war nicht so ganz mein Jahr, so dass hier keine Fortsetzung zur Person weitergeschrieben wurde. Da auch noch andere handicaps plagen, ging es nicht ganz so einfach. Nun habe ich wieder die Möglichkeit per Sprache zu diktieren (danke für Deine! Hilfe! Und Unterstützung!), so dass es wieder im Rahmen des Machbaren ist, ich habe ja gemerkt durch all Eure e-mails, Anrufe und Sonstiges, dass das Interesse ja tatsächlich da ist, auch von mir zu hören.
Ich kämpfe ebenso wie Ihr immer noch damit, mein Leben mit der Narkolepsie und somit mit vielen kleinen Pausen auch mal größeren zu gestalten.
Es ist nach wie vor trotz Medikamente so, dass ich auch oft wegnicke, besonders aber die permanente Müdigkeit machen schwer zu schaffen. Inzwischen haben sich noch ein paar andere handicaps eingestellt, so dass die Müdigkeit wirklich nur noch Dauerzustand ist. Aber dies soll hier kein Klagelied werden.
Wir dürfen ja auch mal alle schlechte Tage oder Zeiten haben, Hauptsache ist doch, wir geben niemals auf und machen weiter und nehmen an, was uns gegeben ist.
Heute hatte ich mal wieder ein für mich denkwürdiges Erlebnis, es ist die „unsichtbare Schwerbehinderung“. Ich war unterwegs, es ist Sonntag, viele Menschen unterwegs, aber trotz Sonntags leicht gereizt wohl und geschafft keine Ahnung jedenfalls ich war froh, den vordersten Busplatz zu erhalten, es ist selten, dass dieser frei ist, obwohl oben drüber angedeutet ist, dass es ein Schwerbehindertensitzplatz ist. A b e r …. Mir sieht man es ja nicht an, und so wurde ich von einer etwas älteren Dame also älter als ich sage ich mal so forsch und schroff aufgefordert aufzustehen, ich sagte gleich, ich bin auch schwerbehindert und kann im Moment schlecht stehen und mich nicht festhalten.
Sie wollte es aber nicht hören und forderte mich immer wieder auf, aufzustehen, sie könne auf diesem einen Platz sitzen und dafür habe ich den Platz zu räumen.
Gut, ich fühlte mich wie ein Schulkind, das getadelt wird, und ich wurde ja noch so erzogen, dass man schließlich für Ältere aufzustehen hat, ich sagte zwar noch kleinlaut gegenüber ist doch frei, aber sie wurde nur noch unfreundlicher, also räumte ich, wenn auch widerstrebend, meinen Platz. Dass ich etwas durch den Bus stolperte, nahm sie nicht wahr, sie saß jetzt dort. Der Busfahrer, und hier muß ich jetzt mal die Üstra loben bzw. diesen einen Busfahrer, sagte zu der Dame, das ist nicht ihr Recht, dass Sie jemanden wegschubsen, der auch eine Schwerbehinderung hat, warum können Sie nicht auf dem freien Platz sitzen? Sie schrie fast durch den Bus unfreundlich soll ich Ihnen jetzt meine Krankheitsgeschichte erzählen? Mir steht der Platz zu. Basta.
Der Busfahrer gab auch auf wie ich bei aller Achtung Respekt meinen Mitmenschen gegenüber kann ich solch ein unfreundliches Verhalten nicht verstehen, ob die Dame nun älter war oder nicht, soooo ein junger „Hüpfer“ bin ich auch nicht mehr, aber man sieht halt mir so gar nichts an, und DAS ist anscheinend immer wieder mein Problem jedenfalls besonders in Bus und Bahn.
Wie macht Ihr das???
Ich habe schon so oft über dieses spezielle Thema nachgedacht, komme da aber auch nicht weiter so recht, ich kenne viele Menschen, denen man ihr handicap nicht ansieht…, in diesem speziellen Fall war es zwar eine wohl sehr mit sich unzufriedene ältere Dame, aber so oder anders passiert es ja immer wieder mal, und mir macht das zu schaffen. Gut, ich persönlich beharre evtl. nicht genug auf mein Recht und mache mich in so einem speziellen Fall dann wohl klein und gebe auf, aber mir ist auch nicht zum Streiten zumute, nur heute konnte ich aufstehen, was mache ich an einem anderen Tag, wenn es mir schwerer fällt als heute???
Ja, wie macht Ihr das wenn Ihr mal in so einer Lage seid????
Zwar bin ich heute etwas erschüttert, dass jemand so unfreundlich sein kann, aber gut, das ist ein anderes Thema, nur wie macht man klar, dass man auch nicht soooo fit ist, wenn Menschen einem nicht glauben, weil sie es nicht sehen?
Muß / soll man sich den Schwerbehindertenausweis jetzt um den Hals hängen, ganz offensichtlich für jedermann???
Oder ein anderes Schild sich um den Hals binden??
DAS kanns nicht sein, aber ich selbst habe noch keine Lösung gefunden.
Bald mehr,
liebe Grüße an Euch alle,
Hannelore